Tag 9/ Fehlende Stechmücken und von 0 auf 100.

am

Die Nacht war – nun ja – sagen wir mal unvergesslich. Zwei Wanderfreundinnen hatten sich auf der Terrasse zu einer nächtlichen Wanderkonferenz getroffen. Ihr Thema? Der perfekte Wanderweg oder doch mehr Priva! Doch sobald eine Mücke sticht gehen die rein.

Na toll, wo sind diese Biester, wenn man sie mal wirklich braucht?

Doch damit nicht genug. Später in der Nacht beschloss der Hund des Hauses, dass er sich vernachlässigt fühlte. Er teilte dies der ganzen Nachbarschaft mit einem ausgiebigen Konzert mit. Immerhin hatte es Erfolg: Herrchen holte ihn herein. Ich war zum zweiten Mal wach und fragte mich, ob ich vielleicht heimlich ein Ticket für eine nächtliche Unterhaltungsshow gekauft hatte.

Der Start in den Tag

Der Start in die heutige Etappe hatte es in sich. Nach 50 Metern ging es links weg – und ich dachte mir noch: „Das wird ein Spaziergang!“ Doch nach 1,2 Kilometern und knapp 100 Höhenmetern war ich dann endlich auf Betriebstemperatur. Mein Körper erinnerte sich plötzlich daran, dass er eigentlich ein Fan von flachem Gelände ist.

Die wellige Schönheit der Landschaft

Der weitere Weg zu meinem Etappenziel nach Sagres und zum Leuchtturm am Cap von Sao Vicente war einfach wunderschön. Die Topografie zeigte sich von ihrer welligen Seite – längere, angenehme Anstiege wechselten sich mit Abfahrten ab. Und dann war da noch diese knapp 7 Kilometer lange unbefestigte Straße, die mir durch ihre Beschaffenheit so viel Konzentration abverlangte, dass ich fast vergessen hätte, die Aussicht zu genießen.

Kulinarischer Höhepunkt am Cap von Sao Vicente

Die Ankunft beim Leuchtturm am Cap von Sao Vicente war ein Erlebnis für sich. Und dann war da noch der über die Grenzen hinaus bekannte Imbiss: „Die letzte Bratwurst vor Amerika“. Ich war einer von vielen in der Schlange, die sich diesen kulinarischen Genuss nicht entgehen lassen wollten. Ein Geschäftsmodell, das hier eingeschlagen hat. Und das bei Wind, der einen fast umblasen könnte – aber das schien niemanden zu stören. Fotos wurden gemacht, Bratwürste gegessen und der Wind? Der war einfach Teil des Erlebnisses.

Ankunft in Sagres

Nach dem geografisch südwestlichsten Punkt auf dem europäischen Festland ging es weiter in den Touristenort Sagres. Unzählige Wohnmobile, Surfer und Wind – viel Wind. Wellenreiten ist hier angesagt, und eines ist klar: Windstill geht hier gar nicht. Wäsche trocknet dadurch schneller.

Hinterlasse einen Kommentar