Tag 10/ Ein Tag voller Kuriositäten: Radeln, Frühstücksdrama und modische Verwirrungen

Es ist schon verwunderlich, wie sich manche Menschen verhalten. Und dieser Tag bot die eine oder andere Gelegenheit, diese Verwunderung zu nähren. Alles begann kurz vor 8 Uhr. Ich war gerade dabei, mein Rad fertig zu machen – Reifendruck gecheckt, nachgepumpt, Gepäck befestigt und die Tagesstrecke am Navi geladen. Doch dann kam sie, die Wanderfreundin Pitz, und stellte erstaunt fest, dass der Frühstücksraum noch nicht geöffnet hatte. Nun, es ist ab 8 Uhr Frühstück und nicht 10 vor 8. Das soll mal einer verstehen. Punkt 8 Uhr ist die Tür offen, nicht früher. So fand ich mich plötzlich in Kreisen der Wanderfreunde wieder und durfte die Info erhalten, dass man sich auf die Terrasse setzen könne. Nun, das taten die anderen auch – Grund genug für mich, es nicht zu tun. Ich brauchte meine Ruhe!

Um halb neun ging es dann endlich auf die Tagesetappe, und der Start war eine echte Hausnummer. Leicht steigend und mit Wind von vorne, der einem das Gefühl gab, gegen eine Wand zu fahren. Nicht so prickelnd. Dieses Gefühl dauerte knapp 6 Kilometer an, und dabei ließ ich echt Körner. Geschmeidig einrollen sieht anders aus. Dieser Aufwand zu Beginn sollte sich später auswirken. Bis nach Lagos gab es dann auch ein paar Kracher: Eine Abfahrt mit 20%, um nach 600 Metern und drei Kurven später in eine 16% Steigung überzugehen. Echt jetzt, haben die den Lack ab? Das ist nicht witzig, nur soviel dazu.

Nach 35 Kilometern in Lagos kam dann der Einbruch. Ich musste etwas ändern, um mein Etappenziel in Albufeira zu erreichen. Also nutzte ich für eine kurze Strecke die Bahn und radelte dann die letzten 30 Kilometer wieder an mein Ziel. Dort angekommen, gab es in einem Restaurant dann endlich etwas Ordentliches zu essen: einen veganen Salat und einen Burger. Während ich dem Treiben zuschaute, stellte ich fest – es wird heute laut.

Was ich aber noch erlebte, war oftmals witzig. In Lagos am Bahnhof saßen zwei junge Damen und fuhren ihren Schminktisch auf. Da wurde getupft, gepinselt und gewischt. Oftmals sah es danach aber auch nicht besser aus. In Albufeira liefen viele junge Menschen herum. Die Jungs mit nacktem Oberkörper und Bier in der Hand, die Mädchen mit Bikini und einem Hauch von nichts umgehängt. Ich bin aus der Zeit gefallen, denke ich.

Morgen werde ich früh losfahren. Es soll heiß werden, und am Sonntag schlafen hier die Leute sicher länger. Da habe ich die Straße für mich alleine. Und wer weiß, welche neuen Abenteuer und Verwunderungen auf mich warten.

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