Nach einem wohlverdienten Ruhetag, an dem mein Fahrrad in einem nahegelegenen Hotel eine VIP-Behandlung inklusive Nachtwache genoss, ging es heute wieder auf zwei Rädern weiter. Cádiz zeigte sich am Morgen von einer völlig anderen Seite. Die Schulkinder, die zur Schule hasteten, und die Berufstätigen, die sich auf den Weg zur Arbeit machten, ließen von dem lebhaften Treiben des Vorabends nichts mehr übrig. Nach einem kleinen Service an meinem treuen Gefährten, dem ich den Spitznamen „mi amada“ verliehen habe, verließ ich die Stadt.
Der Weg führte mich durch einen wunderschönen Nationalpark, der mir einige Überraschungen bereithielt. Neben der atemberaubenden Natur konnte ich Flamingos bewundern, die elegant durch das seichte Wasser stelzten, und Krabben, die eifrig hin und her liefen. Plötzlich tauchte das Militär zu einem Gepäckmarsch auf, und eine Schulklasse übte sich im Kanufahren. Das Thermometer kletterte heute wieder auf über 30 Grad, und so war bei Kilometer 44 eine Pause angesagt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der ich an den sogenannten „Bettenburgen“ vorbeifuhr, fand ich endlich ein kleines Geschäft, das meinen Durst und meinen Appetit auf Eis stillte. Die einzige Herausforderung neben der Hitze war der Anstieg vor Barbate. Zwei Kilometer ging es bergauf, doch die Belohnung folgte auf dem Fuße: eine atemberaubende Abfahrt.
Kurioses erlebte ich auch auf meinem Weg. Oft begann ein wundervoll ausgebauter Radweg einfach plötzlich oder endete ebenso unerwartet. Vielleicht werden die Lücken irgendwann geschlossen. Ein baulich getrennter Radweg gibt einem als Nutzer einfach ein gutes Gefühl.
Jetzt heißt es regenerieren, denn morgen geht es zum südlichsten Punkt auf dem Festland Europas, dem Cabo da Roca. Ich bin gespannt, welche Abenteuer mich dort erwarten!









