Tag 15/ Von Zahara zum südlichsten Punkt Europas und nach Gibraltar: Mein anstrengendes Radabenteuer gegen Wind und Verkehr“

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Trotz einer langen Nacht in Zahara, in der die Bars und Restaurants sicherlich bis in die frühen Morgenstunden gefeiert haben, schlief ich wie ein Baby. Die Fenster meines Zimmers waren so gut isoliert, dass ich von dem nächtlichen Treiben rein gar nichts mitbekam. Doch am Morgen erwartete mich eine kleine Überraschung: Mein Rad stand auf der Felge. Keine Ahnung, wie das passiert war, aber ich hatte wirklich keine Lust, dem Problem auf den Grund zu gehen. Also: Neuer Schlauch rein und weiter ging’s.

Gegen halb neun brach ich auf, bei bereits 28 Grad. Die Bewölkung am Morgen war ein Segen und machte das Radeln angenehmer. Doch nach nur 6 Kilometern begann die eigentliche Herausforderung des Tages: die Höhenmeter. Ich musste über einen Bergrücken, um auf der anderen Seite weiter nach Tarifa zu kommen, dem südlichsten Punkt auf dem europäischen Festland. Bis dahin gab es ein paar Abfahrten und kleine, feine Steigungen, die mich bestätigte das ich kein Bergspezialist bin und werde.

Doch dann, kurz vor Tarifa, wo man auf die N340 abbiegt, blies mir ein heftiger Wind entgegen. Dieser Wind hatte es wirklich in sich und sollte mich später noch auf eine harte Probe stellen. Als ich schließlich in Tarifa ankam und am südlichsten Punkt Europas stand, war das schon ein besonderes Gefühl. Emotional, aber bei Weitem nicht so intensiv wie auf dem Nordkap – das ist wohl schwer zu übertreffen.

Von dort ging es weiter auf der Nationalstraße Richtung La Línea. Diese Fahrt war eine echte Herausforderung: heftige Seitenwinde machten das Fahren auf dieser stark befahrenen Straße zu einem gefährlichen Unterfangen. Ich wechselte zwischen Fahren und Schieben ab, bis ich nach 7 Kilometern endlich oben ankam. Die Abfahrt war nicht weniger anspruchsvoll, und ich war sehr vorsichtig.

Doch das war noch nicht alles. In Algeciras erwartete mich der absolute Albtraum eines Radfahrers: unfassbar viel Verkehr und sehr viel Verkehr, LKWs und PKWs, die sich mit Mofas den Weg teilten. Ich stand vor der Entscheidung, entweder die Route über ein kurzes Stück Autobahn abzukürzen (was erlaubt ist) oder einen Umweg in Kauf zu nehmen, um weniger Verkehr zu haben. Ich entschied mich für die zweite Variante.

Die Einfahrt nach La Línea führte mich durch ein Industriegebiet und bald auf einen super ausgebauten Radweg in die Stadt. Jetzt bin ich etwa 100 Meter von der Grenze zu Gibraltar entfernt. Morgen ist Ruhetag, und ich freue mich auf ein bisschen Sightseeing. Heute war wirklich ein Tag voller Herausforderungen, aber ich habe es geschafft – und das mit einem Lächeln auf den Lippen!

1100 Höhenmeter auf 86km. Das brauch ich nicht jeden Tag. Aber ein klein wenig stolz bin ich schon.

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