Tag 19/ Almería: Wo die Sonne lacht und der Regen Urlaub macht“

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In einer sehr überschaubaren Nachtruhe, die eher an einen Kurzschlaf erinnerte, Das Klimagerät im Zimmer war leider nicht auf dem neuesten Stand der Technik und machte sich durch laute Geräusche bemerkbar. Es war, als würde ein Orchester aus alten Kühlschränken ein Konzert geben. Ohne das Gerät fühlte man sich jedoch wie in einer Sauna, und mit dem Gerät war es zu laut. Ein ewiges Ein- und Ausschalten.

Am Morgen war ich jedoch voll motiviert und sprang auf mein Rad, um zum Bahnhof zu fahren. Dort angekommen, baute ich mein Fahrrad ein wenig auseinander – Sattelstütze raus, Vorderrad demontiert. Ich hatte den Luxus, als Erster meine Sachen im Gepäckraum des Busses zu verstauen. Die Fahrt an sich war sehr entspannt. Die Dame neben mir schien etwas irritiert, dass ich am Morgen nicht mehr so frisch duftete. Aber was soll man machen? Meine Klamotten werden nur jeden Tag geduscht, und die Waschmaschine ist leider nicht auf Tour dabei.

Nach einem Zwischenstopp, bei dem der Fahrer beinahe einen älteren Fahrgast vergessen hätte, der noch in aller Ruhe seinen Kaffee austrank, ging es weiter nach Almería. Dieser Abschnitt der Reise war faszinierend und erschreckend zugleich. Trocken ist es in Almería und Umgebung – sehr trocken. Nur rund 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen durchschnittlich pro Jahr in Andalusien. Zum Vergleich: In Hamburg sind es fast 800, in München sogar mehr als 900. Doch trotz des knappen Wassers wachsen in der südspanischen Sonne jedes Jahr riesige Mengen Gemüse und Obst: Paprika, Tomaten, Auberginen, Gurken und Melonen. In diesem Abschnitt wird vor allem Paprika und Tomaten angebaut. Dazu kommen soziale Herausforderungen: In den andalusischen Gewächshäusern und den mit ihnen verbundenen Betrieben schuften Arbeiterinnen und Arbeiter aus 110 Staaten, vor allem aus Afrika und Osteuropa. Längst nicht immer unter guten Bedingungen.

Almería selbst ist eine belebte Stadt mit vielen kleinen Gassen und schönen Ecken und Plätzen. Doch bei 42 Grad ist der Entdeckergeist dann doch etwas gebremst. Die nächsten drei Tage geht es wieder auf dem Rad weiter bis Cartagena.

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