Heute stand eine besonders anspruchsvolle Etappe auf dem Programm. Es waren nicht die Kilometer – von denen es nur 82 waren –, sondern die Höhenmeter 1100 und die über 9 Kilometer lange Schotterpiste, die mir zu schaffen machten. Der Tag begann in Águilas mit einem leichten Anstieg, der sich bald zu einer richtigen Rampe entwickelte – sechs Kilometer bergauf. Das war nicht der Start, den ich mir gewünscht hatte. Es war hart, sehr hart.
Die Abfahrt danach war zwar schön, aber leider viel zu kurz. Bald fand ich mich zwischen endlosen Plastikgewächshäusern wieder, die sich wie ein Labyrinth durch die Landschaft zogen. Die holprige Straße verwandelte sich in eine Schotterpiste, und ich musste mich voll und ganz darauf konzentrieren, die Spur zu halten. Dabei geriet ich aus mitten in einen FKK-Wohnmobil-Stellplatz. Ich hatte ganz andere Prioritäten: Mein Fokus lag darauf, den Weg zu finden und nicht auf wippenden oder baumelnden Körperteilen zu achten. Zum Glück hatte ich meine Reifenpanne außerhalb dieses Bereichs. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie ich dort einen Reifenwechsel hätte durchführen sollen? Auch nackt – das will wirklich keiner sehen!
Was mich jedoch am meisten herausforderte, war, dass mein Wasser bereits nach 30 Kilometern alle war. Ich musste noch 15 Kilometer bis zum nächsten Ort zurücklegen, was bei mir doch zur Anspannung führte bei der Hitze. Aber wie so oft im Leben löste sich auch diese Situation zum Guten auf und im ersten kleineren Ort wurde Wasser aufgefüllt,
Nach Puerto de Mazarrón ging es dann in die zweite Rampe. Auch hier über fünf Kilometer bergauf. In dieser Rampe dann ein für mich unvergesslicher Moment: Ich hatte auf halber Höhe an einem Rastplatz haltgemacht. Ein älterer Herr sprach mich auf Englisch an, um dann, als er hörte, dass ich aus Österreich komme, auf Deutsch weiterzureden. Er gab mir seine Wasserflasche, die er vor Kurzem gekauft hatte. „Sie brauche sie sicher dringender als ich“, sagte er, „und ich fahren ja mit dem Auto.“ Einfach nur danke.
Oben angekommen, folgte die ersehnte, lange Abfahrt. Die letzten 15 Kilometer nach Cartagena waren ein ständiges Dahinrollen. Als ich dort ankam, war ich sehr happy über die Leistung des Tages und dankbar für die Begegnungen, die diesen Tag so besonders gemacht haben.







