Tag 23/ Von Mülleimern und Müllsäcken: Mein unkonventioneller Reisebeginn

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Heute war einer dieser Tage, an denen Kleinigkeiten den Unterschied machen. Mein Abenteuer begann um 6:15 Uhr, als mein Bus nach Valencia abfuhr. Doch bevor ich überhaupt einsteigen durfte, musste ich schwitzen – und zwar nicht wegen der Hitze, sondern wegen eines Fahrrads und eines Plastiksacks.

Der Busfahrer bestand darauf, dass ich mein Fahrrad in Plastik einpacke. „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“, dachte ich mir verzweifelt. Es war ihm völlig egal, dass bei der vorherigen Fahrt mit demselben Unternehmen niemand diese Forderung gestellt hatte. „Ich brauche Plastico, sonst fahren Sie nicht mit“, sagte er mit einer Miene, als wäre das die normalste Sache der Welt.

Nach einer kurzen Zeit stand der Fahrer mit einem Müllssack von knapp 80l Fassungsvermögen da. Sack, legte ich dann über die Pedale und die Kette. Der Busfahrer nickte zufrieden, und wir durften endlich einsteigen.

Nach einer vierstündigen Fahrt kamen wir in Valencia an. Das erste, was ich tun musste, war mein Fahrrad wieder zusammenbauen und testen, ob alles passte – Bremsen, Sattelhöhe und so weiter. Dann ging es los, durch die Stadt zu radeln. Valencia ist laut, aber nicht überrannt. Besonders beeindruckend ist der Grünstreifen, der fast bis zum Hafen führt. Man ist dort komplett vom Verkehr abgeschottet, was das Radfahren stressfreier macht.

Valencia ist wirklich eine wunderschöne Stadt, und eine Städtereise hierher lohnt sich auf jeden Fall. Nach einer Weile Radfahren hatte ich Hunger und beschloss, kurz etwas zu essen. Ich kaufte mir einen Salat und etwas zu trinken und setzte mich in den großzügigen Bereich vor den Kassen eines Supermarkts. Gerade als ich meinen ersten Bissen nehmen wollte, stand ein Security-Mann vor mir und redete auf Spanisch auf mich ein. Ich verstand kein Wort.

Mit Zeichensprache machte er mir klar, dass Essen hier verboten sei. Ich musste durch eine Schiebetür gehen, dann wäre es in Ordnung. „Was ist nach der Tür anders? Gehört das nicht auch zum Supermarkt?“, fragte ich mich. Aber ich folgte seinen Anweisungen, und tatsächlich, auf der anderen Seite der Tür war alles in Ordnung.

Also, was war der Unterschied heute? Ein Müllsack und eine Schiebetür. Manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge, die den Tag retten.

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