Tag 24/ Spät dran für Orangen, aber auf den Punkt ein hilfreicher Spanier

In einem Hochhaus-Hotel in Valencia übernachtete ich im siebten Stock mit einem atemberaubenden Blick aufs Meer. Leider gab es keine Vorhänge – aber hey, die Einzigen, die sich über das nackte Streifenhörnchen erschrecken könnten, waren die Möwen oder andere Vögel.
Das Frühstück war, nun ja, überschaubar. Es gab jede Menge Eierspeisen und nicht gerade ansprechende Würstchen, dazu etwas Käse, Aufschnitt und Müsli – das war’s. Kein Obst, kein Gemüse. Die hatten wohl alles in die anderen EU-Staaten verkauft. Vielleicht dachten sie, Vitamine seien ohnehin überbewertet.
Um halb neun fiel dann der Startschuss zur heutigen Etappe. Die Strecke war komplett flach – die einzige Herausforderung war die Hitze, die durch den späteren Start noch intensiver wurde. Es lief alles recht unspektakulär ab, keine großen Highlights. Endlos lange Wege durch Orangenplantagen, für deren Früchte ich definitiv zu spät dran war, dann wieder Ortsdurchfahrten und schließlich eine Strecke abseits des Meeres.
Meine Pausen waren heute häufiger als sonst. Durch den späten Start und die knapp 100 Kilometer suchte ich immer wieder Schatten zum Verschnaufen, musste ständig meine Wasserflaschen auffüllen und ausreichend trinken.
Kurz vor dem Ziel entdeckte ich ein Lokal einer Fast-Food-Kette. Ich ging natürlich samt Fahrrad hinein – herrlich, Klimaanlage! Ich bestellte etwas zu essen und setzte mich an einen Tisch. Ein Mitarbeiter lief viermal an mir und dem Rad vorbei, beim fünften Mal störte es ihn dann doch, und er bat mich freundlich, das Fahrrad draußen abzustellen. Dabei war kaum etwas los – gerade mal sechs Gäste. Aber mit einem Fahrrad ist man eben fehl am Platz. Kann ich verstehen.
Dann folgten noch neun Kilometer auf einer schier endlosen, schnurgeraden Straße, bevor ich einmal links, dann rechts und wieder links abbiegen musste, um meine Unterkunft zu finden.
Das Highlight zum Abschluss: Ein Spanier sprach mich völlig unvermittelt an – er wollte wissen, welche Packtaschen ich dabei habe. Nach einem kurzen Smalltalk war er so freundlich, die Kontaktnummer des Hostels anzurufen, um für mich die Situation mit dem Zimmerschlüssel zu klären. Richtig nett!

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