In einem Hotelsilo in Valencia übernachtete ich im siebten Stock mit einem atemberaubenden Blick aufs Meer. Leider gab es keine Vorhänge, aber hey, die einzigen, die sich über das nackte Streifenhörnchen erschrecken könnten, waren die Möwen oder andere Vögel.
Das Frühstück war, nun ja, überschaubar. Es gab jede Menge Eierspeisen und nicht gerade ansprechende Würstchen. Dazu etwas Käse, Wurst und Müsli – das war’s. Kein Obst, kein Gemüse. Die hatten wohl alles in die anderen EU-Staaten verkauft. Vielleicht dachten sie, Vitamine werden überbewertet.
Um halb neun war dann der Startschuss zur heutigen Etappe. Die Strecke war komplett flach – die einzige Herausforderung war die Hitze. Durch den späteren Start wurde es noch intensiver. Es lief alles unspektakulär dahin, keine großen Highlights. Ewig lange Wege durch die Orangenplantagen, für deren Früchte ich definitiv zu spät dran war. Dann wieder Ortsdurchfahrten und schließlich abseits des Meeres unterwegs.
Meine Pausen waren heute häufiger als sonst. Durch den späteren Start und die knapp 100 Kilometer suchte ich immer wieder Schatten für eine Pause. Dabei musste ich ständig mein Wasser auffüllen und selbst ausreichend trinken.
Kurz vor dem Ziel entdeckte ich ein Lokal einer Fast-Food-Kette. Ich ging natürlich mit dem Rad rein – toll, Klimaanlage inside! Ich bestellte Essen und setzte mich an einen Tisch. Ein Mitarbeiter lief viermal an mir und dem Rad vorbei. Beim fünften Mal störte es ihn dann doch, und er bat mich nett, das Rad rauszustellen. Dabei war im Lokal nichts los, nur sechs Gäste. Aber man stört eben mit einem Rad. Auch gut, ich verstehe es ja.
Dann musste ich die letzten neun Kilometer auf einer fast nicht enden wollenden, geraden Straße entlangfahren, ehe ich einmal links und dann rechts und wieder links abbiegen musste, um meine Unterkunft zu finden.
Das Highlight zum Abschluss: Ein Spanier sprach mich völlig überraschend an. Er wollte wissen, was ich für Packtaschen habe. Nach einem kurzen Smalltalk war er so nett und rief die Kontaktnummer am Hostel an, um mir das mit dem Zimmerschlüssel zu checken. Super cool!







