Der frühe Vogel fährt Rad

2.Tag: Langenzersdorf – Guntramsdorf 99 km / Nach einer Nacht in einem Gasthof wo man gut Essen kann aber weniger störungsfrei schlafen, war heute um 7:45 Uhr Etappenstart. Das mit dem Schlafen ist so eine Sache, wenn A die WC Lüftung und Spülung des Nachbar Zimmers direkt an der Wand zum eigenen Bett liegt und B der Gast in dem Zimmer so dermaßen laut schnarcht (es soll ja Menschen geben die sagen das ist Einhorn Gesang) das man erst sehr spät zum Schlafen kommt.

Nachdem ich wiedermal in der Früh umgepackt habe ging es dann auch los und vorerst über Floridsdorf und Gerersdorf nach Starsshof an der Nordbahn.

War es in Floridsdorf ein KZ Aussenlager so gestaltete sich das in Strasshof anders. Es war ein Durchgangslager für Zwangsarbeitern aus Polen, Russen Ukrainer, Franzosen und und und. Gegen Ende des Krieges auch Ungarische Juden. Bernhard Blank und Gabi Pohanka von der dem Verein Arbeitsgruppe Strassshof nahm sich Zeit um mir das System dieses Lagers zu erklären und näher zu bringen.

Mit zahlreichen Bildern im Kopf dann erstmals Strecke mit der Bahn gefahren. Und eigentlich wieder zum Ausgangspunkt an diesem Tag zurück. In Floridsdorf begann dann die Etappe ein zweitesmal. Jetzt war es schon wieder nach Mittag und die Spurensuche begann. So führte mich meine Tour an das Desserteursdenkmal am Ballhausplatz. Von dort folgte ich dann den Weg Richtung Simmering. Zuerst noch vorbei an dem KZ Aussenlager Sauerwerke und dann vorbei am Zentralfriedhof und schon war es im Kopf! Na das Lied von Ambros und jetzt ist es auch in eurem Kopf. Es lebe der Zentralfriedhof…….

Der Weg führte mich nach Schwechat. Auf der Höhe der Brauerei steht das Denkmal für das KZ Aussenlager Santa I und II. Dann führte mich der Weg weiter zum Flughafen. Nein ich wollte nicht fliegen. Dort stand damals das KZ Aussenlager Schwechat Heidfeld. Der ehemalige Lagerkomplex wird jetzt als Parkplatz genutzt und ist der sogenannte Mazur Parkplatz. Einen Gedenkstein sucht man hier vergeblich. Es gibt zwar einen aber der ist in einem Bereich aufgestellt worden der nicht öffentlich zugänglich ist. Ob das Sinn macht? Ich denke man darf und muss auch öffentlich erinnern.

Tja und dann ging es nach einer 180 Grad Wende den Weg zurück von wo ich kam. In Schwechat die Abzweigung Richtung Mödling und weiter nach Hinterbrühl. Dem Liesingbachradweg folgend um dann in den Thermeradweg einzubiegen. Von dort ging es dann über Vösendorf und Brunn am Gebirge nach Mödling. Wenn man etwas erwähnen darf vielleicht fangen die Verkegrsplaner mal an auch für Radfahrer zu denken. Es ist witzlos in Vösendorf mit dem Rad zu fahren. Ja und dann gab es bei Maria Enzersdorf hinter der Burg Liechtenstein den ersten Anstieg zu bewältigen. Bevor man zu Seegrotte kommt fährt man direkt am ehemaligen Gelände des KZ Aussenlager Hinterbühl vorbei. Ein paar Holzstufen führen zum Gedenkort. Der Zielort an diesem Tag lag in Guntramsdorf. Auch dort befand sich ein KZ Aussenlager. Dort kann man leider nicht zugänglich noch Reste der Barackenfundamente sehen. Jetzt dürften dort ab und an Schafe weiden. Zumindest wächst da kein Gras drüber. Unmittelbar neben dem Gelände auch ein Denkmal für die Opfer.

Ein Tag der heute durch das aufpassen auf den Verkehr und dem ständigen navigieren sehr intensiv war. Nach der üblichen Prozedur am Abend, Klamotten waschen, Rad checken und dann selber unter die Dusche um dann Bericht zu tippen. Freu ich mich heute auf das Bett. Morgen wird es um vieles entspannter was das orientieren angeht aber sicher nicht weniger intensiv.

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