Ein langer Tag mit Radeln an der Mur durch eine Landeshauptstadt und einem nicht vorhandenen erinnern bzw Gedenken.

6.Tag: Bad Radkersburg – Leoben 186 km/

Drei Orte mit ehemaligen KZ Aussenlager standen heute auf dem Tourplan. Bevor es aber für einen Großteil des Tages auf den Murtaltadweg ging hatte ich noch ein gutes Gespräch beim Frühstück. Ich kam mit anderen Gästen ins Gespräch über meine Tour über das damals und das heute. Spannend und vor allem auch schön das es da draußen viele von denen gibt die sagen „Nie mehr wieder“

Dann ging es aber los,  bei herrlichen Radwetter. Sonnenschein und der kühle am Morgen machten gleich noch mehr Spaß einen Tag auf dem Rad zu verbringen. Es ging schön geführt durch die Au der Mur und durch kleine Orte dahin. Der spätere Streckenverlauf war dann nicht so prickelnd. Dazu aber später.

Es  folgte mit dem  KZ Aussenlager Graz-Leibniz bei Aflenz an der Sulm die erste Station an diesem Tag.

Der Höchststand der Häftlinge wurde mit 655 bereits im Juli 1944 verzeichnet. Die Mehrheit der Gefangenen kam aus der Sowjetunion, Polen, Deutschland und Österreich sowie aus Jugoslawien. Die schweren Arbeits- und Lebensbedingungen und Ermordungen führten zum nachweisbaren Tod von zumindest 78 Häftlingen.

Das Lager befand sich unterhalb des Romersteinbruches und ist heute ein Acker. Der Römersteinbruches mit seinen Stollen kann noch Besichtigt werden. Was als Zeichen von damals noch heute steht ist das Wächhterhaus. Ein Prospektständer sowie Tafeln im Inneren erzählen über diese Zeit

Mit einem kleinen Buch im Gepäck ging es dann weiter nach Lannach. Es ging durch die Landschaft auf flacher Strecke und mit gehörig Verkehr für diese schmale Landesstraße. Wenn man bedenkt das ich mich schon in einem Umkreis von 25km zu Graz befand dann war dieser Umstand nicht sonderlich überraschend.

Die Anfahrt NACH Lannach zu meinem zweiten Ort des Tages zog sich dann etwas hin. KZ Aussenlager Schloss Lannach ist heute in Privat Besitz. Direkt im. Ort gelegen auf der Anhöhe sieht man es schon bevor man in den Ort kommt. Die Erkenntnis vor dem Tor ist ernüchternd. Keine Hinweis darüber was hier passiert ist bzw war.

Umso mehr aber irritiert dann schon auch der Umstand das direkt vor dem Schloss auf Höhe der Kirche für die Opfer der Gemeinden eine Gedenkmalsteht. Namentlich die Opfer angeführt. Ich denke das ist wichtig und hat auch seine Berechtigung. Was mich dabei irritiert ist das anderes dann Todgesschwiegen wird bzw keine Erwähnung findet.

Hauptsächlich wurden die Frauen im SS-eigenen Versuchslabor sowie in der Landwirtschaft eingesetzt. Dort, wo sich heute das Lagerhaus Lannach befindet, waren die Felder, das Glashaus und die Versuchsanstalt angesiedelt. In Zweierreihen wurden die Frauen von einem Wachmann vom Schloss zur jeweiligen Arbeitsstelle gebracht. Auf den Feldern arbeiteten die Bibelforscherinnen mitunter mit der Zivilbevölkerung oder anderen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zusammen.

Mit dieser sehr ernüchternden Erkenntnis ging es dann weiter. Über Premstetten kam ich dann Graz und seinem Stadtkern immer näher. Am Hauptplatz dann die erste längere Pause an dem Tag standen doch noch gut und gerne 80 km auf dem Programm.

Die Ausfahrt aus der Stadt und weiter bis nach Peggau war dann alles nur nicht wie man sich einen Flussradweg vorstellt. Es waren Autobahn, Bundesstraße und der Strasenbegleitende Fahrradweg in direkter Nachbarschaft. Dadurch Lärm und Stress. Bei Peggau Hirtenberg dann mein drittes und letztes Ziel an diesem Tag, das KZ Aussenlager Peggau.

Auffällig wenn auch klein sind, Richtungsschilder den Weg zum ehemaligen Lagergelände und der Gedenkstätte weisen angebracht. Beim ehemaligen Gelände dann einen Tafel und ein paar Meter dann die Gedenkstätte.

Auch für das „Werk‐Graz‐Thondorf“ der Steyr‐Daimler-Puch AG wurden, wie für andere wichtige Rüstungsproduktionen, unterirdische Produktionsstätten gesucht. Neben dem KZ-Außenlager Leibnitz‐Graz wurde für das „Werk‐Graz‐Thondorf“ auch Hinterberg bei Peggau, wahrscheinlich wegen der dortigen Natursteinhöhlen, ausgewählt. Das KZ-Außenlager Peggau wurde am 17. August 1944 errichtet. An diesem Tag kam auch der erste Transport mit 400 Häftlingen aus dem Konzentrationslager Mauthausen an.

Danach wurde es noch lange gut 50km. Die Nähe zu der Bundesstraße blieb bestehen auch wenn man jetzt oftmals von der Bundesstraße weggeführt wurde.

Ein langer Tag heute der aber auch viel schönes an der Mur entlang zeigte.

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