Hait rēgnet! Was am Anfang noch entspannt aussah, änderte sich schnell.

9.Tag: Klagenfurt – Spittal/Drau 98 km davon nur 36 mit dem Rad.

Nach einer ungewöhnlichen Nacht in der ich durch die Bewohner des Nachbarzimmer aus dem Schlaf gerissen wurde. Bin mir jetzt noch nicht im klaren was man mitten in der Nacht so herumschreien muss. Begann der Tag für meine Verhältnisse mit einem späten Frühstück. Kurz nach 8 Uhr wurde ich dann von Mag. Willi Seidl abgeholt.

Willi vom Mauthausen Komitee Kärnten hat sich spontan Zeit genommen um mir das KZ Aussenlager Loibl zu zeigen. Das KZ Loibl ist das einzige Zwillingslager und steht im Norden auf dem Gebiet von Österreich, während das Südlager auf Slowenischen Seite liegt.

Den Loiblpass mit dem Rad zu fahren habe ich verworfen, nach dem Tag gestern hätte das dann auch gar keinen Sinn gemacht.

Oben angekommen findet man neben dem jetzigen Tunnelportal zwei Gedenkstein. Auf dem Platz davor eine riesen Skulptur des japanischen Künstlers Seiji Kimoto mit dem Titel „unvergessen – ungebrochen“ Diese Skulptur wird auch in absehbarer Zeit auf der Südseite installiert.

Der Rundgang führte dann hoch in Bereich des ehemaligen Lagergeländes. Der erster Eindruck war etwas verwirrend. Zum einen sehr sehr hohes Gras. Also ob man möchte das selbiges über die Geschichte wächst. . Zum anderen stehen hier Eisenteile als eine Art Gerüst mit Giebel. Man könnte den Eindruck gewinnen da hat jemand beim Zeltabbau ein paar Teile vergessen. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen das die Initiative anstatt den jetzigen Betonsockel, der Geschichte dort verdeckt vorher die Baracke mit Steinen und Kies Im Grundriss nachgestellt hat. Diese Idee hat mir besser gefallen, denn es wirkt jetzt so als ob man das darunterliegende wieder verdecken möchte. Die Metall Installationen vor Ort sollen die Häftlingsbaracken symbolisieren. Wems gefällt Naja.

Das Gebiet würde sich für Grabungen richtig gehend anbieten, um auf Spurensuche zu gehen. Spurensuche die wie ich finde nach 75 Jahren auch an der Zeit ist dies zu tun ehe sich die Natur das Gelände wieder komplett zurückholen wird.

Beeindruckend finde ich Umsetzung zum Gedenken der Opfer. So wurden aus Randsteinen der alten Straße auf dem jetzigen Zollvorplatz für jeden Menschen der dort sein Leben lassen musste eine solche Installation gelegt. Gute Idee denn wie wir Menschen ist keines der Erinnerungen gleich auch wenn das auf den ersten Blich scheint, so lohnt sich ein zweiter Blick um zu erkennen das alle individuell sind.

Auf der slowenischen Seite des Loibls wurde nahe dem Tunneleingang ein Barackenlager errichtet. Der Bau des Tunnels erfolgte gleichzeitig von Süden und Norden. Die Lager für KZ-Häftlinge, SS sowie für Zivilarbeiter wurden deshalb in der Nähe der Tunneleingänge errichtet.
Die Toten des KZ-Lagers wurden auf Eisenbahnschwellen über einer Grube verbrannt.

Erfreulich das auch in Solwenien eine Erinnerungskultur gelebt wird, anders als in Österreich. Danke für das nicht vergessen auch nach Slowenien.

Mit viel neuen Eindrücken ging es dann wieder zurück ins Tal. In Klagenfurt begann es dann leicht zu regnen, aber das kann mich doch nicht erschüttern. Das sollte sich auf dem Weg nach Velden auf dem Drauradweg ins Gegenteil schlagen. Gewitter knapp 16 Grad und Regen von überall und wirklich von überall. Dieser und die fallenden Temperaturen zwangen mich zu einer Entscheidung.

Mit Öffis zu fahren war bei dem Standpunkt nicht möglich und keine Option. Ein Familienressort auf dem Weg sollte an dem Tag meine Rettung werden.

Triefend Nass wurde ich in der Rezeption vorstellig und die Dame konnte mir helfen. Ein Radschuttel könnte mich holen und zum nächster Bahnhof bringen. Das Angebot nahm ich gerne an. Meine Wartezeit dürfte ich im angrenzenden Lokal bei einer Tasse Kaffee verkürzen. Die Polsterung auf der ich sitzen durfte ist sicher auch morgen noch nass.

Zuerst Taxi dann Bahn und so wurde aus einen geplanter Tag mit 100km einer mit nur 36km auf dem Rad. Fühlt sich komisch an, war aber die richtige Entscheidung.

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