Durch unglaublich schöne Landschaft zum ersten Deserteurdenkmal Österreichs in Goldegg

10.Tag: Spittal/Drau – Goldegg 89 km/

Nach dem bescheidenen Wetter am Vortag sollte es heute deutlich besser werden. Der erste Station an diesem Tag war der Bahnhof in Spittal. Es ging über und durch den Berg nach Bad Gastein.

Bei einstelligen Temperaturen ging die Reise an diesem Tag dann los. Vorher mussten noch Bremsbacken getauscht werden um die Abfahrt vom Ort gut zu meistern. Beeindruckend wie sich hier die Häuser an den Fels hinauf anschmiegen. Ist schon auch eine Leistung diesen Ort wohnvar zu machen. Nachdem alles was zum anziehen am Körper war ging es dann durch das Gasteinertal. Wunderschöne Landschaft durch die man Radeln darf. Über Hofgastein Dorf Gastein ging es dann auch für den Radler bei Kammstein durch den Berg. Am Eingang zum Tal angekommen ging es für mich vorerst nach Links. Ziel war für mich Zell am See. Warum nicht Mittersill wo doch auch ein KZ Aussenlager Mittersill war. Dort ist das Schloss ein Sternehotel und es weißt dort nichts aber auch gar nichts auf diese Zeit hin. Somit ist Mittersill nach Schloss Lannach bei Graz der zweite Ort wo das so ist.

Nach der dunklen Zeit des Nationalsozialismus blühte das Schlossleben wieder auf. Die Festung war an den Eigentümer Baron von Pantz zurückgegeben und durch diesen aufwendig renoviert worden. 1948 wurde auf Schloss Mittersill der „Sport & Shooting-Club“, damals der exklusivste Club der Welt, gegründet. Der Jet-Set zog erneut in den Pinzgau: Hollywood-Größen wie Clark Gable, Bob Hope und Rita Hayworth, schillernde Persönlichkeiten wie der Herzog von Windsor, Henry Ford II. und der Schah von Persien zählten zu den Gästen.

Diese Zeilen sind auf der Homepage des Hotels zu finden.

Nach Zell am See ging es dann die Strecke wieder zurück wo meine Reise einen neue Dimension bekam. Ich erhielt Begleitung auf dem Weg nach Goldegg. Zuerst wurde ich von Judith an der Tankstelle Taxenbach empfangen. Von dort wurde ich nach Lend zum Bahnhof geschickt. Eva und Markus warteten dort mit den Rädern auf mich um mich dann nach Goldegg hoch zu bringen. Und ich meine hoch. Der Anstieg ist schon sehe fordernd und ein Teil nicht zu fahren (für mich) so steil. Eva und Markus waren so nett und haben dann auch geschoben. Der Weg heftig aber der Ausblick wunderschön. In Goldegg wurde ich dann von der Gründerin Brigitte Höfert beim Goldegger Deserteurdenkmal empfangen. Brigitte ist die Tochter von Karl Rupitsch einen der Deserteure. Die anderen waren Gustl Egger, Georg Kößner, Franz Unterkirchner, Richard Pfeiffenberger und Peter Ottino. Sie alle wurden damals von einen Teil der Bevölkerung unterstützt.

Was dann am 2. Juli 1944 passierte geht als Sturm auf Goldegg in die Geschichte ein.

Die Golegger Wehrmachtsdeserteure

In einem langen und netten Gespräch mit den Brigitte und den Vereinsmitgliedern erfuhr ich dann vieles über die Zeit und die Geschehnisse, und auch über die Zeit des Gedenkens.

In diesem Gespräch wurden auch persönliche Verletzungen sichtbar und über den Widerstand einen Gedenkstein zu errichten. In der, ich sage es mal höflich, missglückten Ortschronik wird über die Deserteure von einer Landplage geschrieben. Diese Ortschronik muss jetzt neu geschrieben werden und soll in Absehbarer Zeit jetzt neu erscheinen.

In all dem sehe ich das es einfach noch Zeit braucht, Zeit um über Geschichte reden zu können. Viele denkweisen werden oftmals noch von älteren Generationen übernommen und nicht hinterfragt. Wenn die neue Ortschronik erscheint kann das eine Möglichkeit sein sich die Hände zu reichen.

Mit all den Eindrücken und ja es erschlägt einen, durfte ich dann nochmal ein kurzes Stück mit dem Rad den Berg hoch. Heute darf ich in dem wunderschönen in der Natur eingebetteten Bio Bauernhof Untergrub übernachten. DANKE

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