Ein Besuch im Stadtarchiv und den Zielort der Tour erreicht

15. und 16.Tag: Amstetten – Mauthausen/Gusen 55 km/

Die letzten beiden Tage der Tour standen an. Und besser hätte die Einteilung nicht sein können, denn der Wetterbericht sagt weiterhin Regen an. Und nach dem Regentag in Kärnten ist es das Wetter das ich eigentlich nicht brauchen kann. Am Freitag führte mich der Weg in das Stadtarchiv von Amstetten.

Dr. Thomas Buchner war so nett und nahm sich Zeit mir anhand der Karte den Standort des KZ Aussenlager Amstetten und in Folge auch die Geschichte Amstettens in diesem Zusammanhang und der NS Herrschaft zu erklären. Es ist spannend wenn man Geschichte die quasi vor der Haustüre passiert ist so präsentiert bekommt. Das Lager in Amstetten selbst war eingerichtet worden um die Bombenschäden die zu Kriegsende immer mehr zunahmen zu beseitigen. In erster Linie war es Aufgabe den wichtigen Bahnhof und die Nachschubverbindung aufrecht zu erhalten. Das in dem Gespräch auch interessante Details über Vergangenheiten mancher Firmen und Familien aufkamen versteht sich dann von selbst. Ich würde mir wünschen das man mit der Geschichte offener umgeht, denn es gilt nicht mit den Finger auf die Menschen von damals zu zeigen, sondern einfach um Aufarbeitung was damals passierte und warum.

In Eisenreichdornach wurde ein Bildstock für die Zwangsarbeiter Opfer eines Bombenangriffes errichtet und ist heute noch eine Gedenkstätte für Initiativen aus dem Ausland. Warum dort, weil sich die Zwangsarbeiter damals dahin flüchteten bei einem Bomberangriff und dort viele dadurch ihr Leben veloren.

Durch diese Geschichte führte mich mein Weg an die Donau und nach Grein. Das dort geführte KZ Aussenlager Grein wurde am 2. Februar 1945 gegründet. In Schloss Greinburg war seit dem Sommer 1944 ein Zweigwerk der Firma Voigt & Haeffner untergebracht. Die Firma produzierte elektrische Schaltgeräte und –anlagen, unter anderem für die Luftrüstung.Die kurze Bestandsdauer des Konzentrationslagers und die örtliche Nähe zu Mauthausen lassen eher die Klassifizierung als Außenkommando zu, als dass das Lager Grein als KZ-Außenlager zu führen wäre. Ein Gedenkstein oder Gedenktafel existiert in Grein nicht.

Dann kam der Regen und der sollte nicht mehr abreißen bis am nächsten Tag. Mein Weg war zum natürlich Schörgi (Eisliebhaber wissen von was ich schreibe). Nach einer längeren Pause ohne Wetterbesserung entschied ich mich die 35 km nach Mauthausen mit der Bahn zurückzulegen und somit fast trochen in er Unterkunft anzukommen.

Am letzten Tag meiner Tour ging es noch einmal kurz auf da Rad und das ja bei Regen. Am Vormittag stand ein Termin und ein Rundgang mit Martha Gammer vom Gedenkkomitees Gusen im KZ Gusen auf dem Programm. In Memorial Gusen angekommen war dann der Moment wo ich für mich endgültig feststellen musste über Gusen nur ein Sandkorn zu wissen. Und das denke geht vielen so. Das KZ Gusen ist in der Dimension nicht begreif – und vorstellbar. In dem Treffen das über zwei Stunden dauerte, konnte ich vieles und dennoch wenig über die Vorgänge und zusammenhänge hier erfahren. Danke für diese Geschichtstunde.

Die Zeit drängte und ich beschloss durch den Dauerregen das die aktive Radtour hier endet. Das Rad wurde ins Auto verladen und es ging in das bekannte und alles im Gedenken und Erinnern überlagernde KZ Mauthausen. Dort war dann der Abschluss der Tour mit einem Rundgang geplant. Die Gruppe die sich mir Anschloss war bunt gemischt und nach den 2 Stunden mit Guide Wolfgang Fehrerberger hatten die Teilnehmer ein teilweise anderes Bild von Mauthausen oder aber auch überhaupt einmal ein Bild was hier passierte. Im Anschluss war jeder für sich noch durch die Ausstellung unterwegs und für mich immer wieder beeindruckend der Raum der Namen.

In den nächsten Tagen werde ich noch einen Zusammenfassung der Tour schreiben. Es schwingt noch sehr intensiv nach und hat mir bestätigt, das es keinen Schlussstrich unter der Geschichte geben kann und darf. Wir müssen erinnern und erzählen um den Wahnsinn nicht nochmal zuzulassen in der selben oder ähnlichen Form. Wir müssen wachsam sein und bleiben. Zivilcourage zeigen, aufstehen gegen Rechts, immer wieder daran erinnern und sagen: „NIE WIEDER“!

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